Lernort Wien Internationale Politik blickt hinter die Kulissen der Weltpolitik

Lernort Wien: Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfachs Internationale Politik blicken hinter die Kulissen der Weltpolitik

Die Donaumetropole ist nicht nur kulturelles Zentrum, sondern seit Jahrzehnten auch ein bedeutender Schauplatz internationaler Politik. Im Oktober nahmen unsere Schülerinnen und Schüler aus den Wahlpflichtfach Kursen Internationale Politik 1-3 am Programm „Lernort Wien“ der Bayerische Landeszentrale für politische Bildung teil. Ziel war es, die theoretischen Inhalte des Unterrichts durch praxisnahe Einblicke in internationale Beziehungen zu ergänzen. Die Organisation und Planung übernahmen Simon Schmidt und Peter Warlimont aus dem Fachbereich Internationale Politik.

Der Auftakt des dreitägigen Programms begann klassisch am Stephansdom mit einer Stadtführung, die bewusst abseits der üblichen Touristenrouten verlief. In versteckten Hinterhöfen und engen Seitengassen erfuhren die Teilnehmenden nicht nur spannende Details zur Geschichte und den Eigenheiten der Wienerinnen und Wiener, sondern auch, dass Wien einst eine Spionagehochburg war – und es bis heute geblieben ist.

Ein Höhepunkt war der Besuch der Vereinten Nationen im 22. Bezirk. Bei einer Hausführung erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Arbeit der hier ansässigen Sonderorganisationen – von der industriellen Entwicklung über die Bekämpfung von Drogen und Verbrechen bis hin zur friedlichen Nutzung des Weltraums. Auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) hat ihren Sitz in Wien. Die Themen reichten von der Förderung legaler Anbaumethoden zur Eindämmung des Drogenanbaus bis zu Forschungs- und Überwachungsmaßnahmen im Bereich der Atomenergie.

Direkt gegenüber der imposanten UN-City liegt die Ständige Vertretung Deutschlands bei der UN und der IAEO. Dort berichtete die stellvertretende Botschafterin von ihrer Arbeit in einer zunehmend angespannten geopolitischen Lage. Sie sprach über den Atomwaffensperrvertrag, das Atomabkommen und die Herausforderungen des diplomatischen Dienstes – von der ständigen Einarbeitung in neue Themenfelder bis zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Der zweite Tag führte die Gruppe ins österreichische Parlament am Ring. Bei einer Führung durch die drei Sitzungssäle – darunter der prachtvolle Saal der Bundesversammlung – wurden Parallelen zum deutschen Regierungssystem gezogen. Im Plenarsaal, der den Charme der 1950er Jahre versprüht.

Anschließend ging es in die Wiener Vertretung des EU-Parlaments. Dort schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von EU-Abgeordneten und verhandelten in einem interaktiven Planspiel zwei Richtlinien: zur Wassersolidarität und zur Chipimplantation. Realitätsnah wurden sie von Lobbyisten, Experten und Journalisten unter Druck gesetzt. Als plötzlich die Nachricht eines schweren Erdbebens eintraf, bekamen die Themen eine neue Dringlichkeit. Nach intensiven Verhandlungen wurden beide Richtlinien verabschiedet – ein Lehrstück in politischer Entscheidungsfindung.

Den Abschluss bildete ein Gespräch in der Diplomatischen Akademie Wien. Es wurden die Studienmöglichkeiten der Akademie vorgestellt, die jährlich rund 100 Plätze für Internationale Beziehungen und Umwelttechnologie bietet.

Neben den offiziellen Programmpunkten blieb Zeit, Wien bei Nacht zu genießen. Doch was bleibt, sind die intensiven Gespräche mit Menschen, die sich für ein friedliches Miteinander in der Welt einsetzen. Für die Schülerinnen und Schüler war „Lernort Wien“ mehr als eine Exkursion: Es war ein Blick hinter die Kulissen der internationalen Politik.

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