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Inklusion - Erkennungszeichen einer innovativen erfolgsorientierten Schule von morgen

inklusionInklusion bedeutet zunächst, die weit möglichst gemeinsame Unterrichtung von „behinderten“ wie „nichtbehinderten“ Kindern und Jugendlichen. Die gleichberechtigte Teilhabe ohne Diskriminierung und Ausgrenzung gilt an unserer Schule darüber hinaus als Anrecht für alle Schüler - gleich welcher Hautfarbe, Schicht, Religion, sexueller Orientierung, Herkunftsnation oder Gesundheit/Behinderung. Früher wurden beispielsweise „behinderte“ Jugendliche mit beträchtlichem Aufwand abgesondert und in zweifelsfrei wohlgemeinten Förderschulen gesammelt unterrichtet. Diese Unterrichtung und Sozialisation in pädagogischen Sondersystemen führte dabei zwangsläufig zu einem geringen Zugehörigkeitsgefühl zur „Normalgesellschaft“ auf Seiten der „Behinderten“. Ferner wurden Absolventen dieser Einrichtungen allein durch den Besuch dieser Förderschulen nach Meinung vieler Experten erst richtig zu „Behinderten“ gemacht, definiert und als solche ausgegrenzt. Anschließend, nach dem Durchlaufen dieser pädagogischen Sondersysteme, galt es für beide Seiten, genau diesen Prozess wieder rückgängig und vergessen zu machen. Der Aufwand hierzu war wiederum beträchtlich, die Erfolge leider oft bescheiden.

Der Ansatz der Inklusion in Schule und Unterricht möchte derart negative Weichenstellungen verhindern helfen. In einer Gesellschaft, in der gemeinsam unterrichtet und gelernt wird, wird später auch viel selbstverständlicher gemeinsam gelebt und gearbeitet werden. Wenn dieses „gemeinsam“ nicht schon in Schule und Unterricht erlernt wird, wie soll es dann später in Gesellschaft und Arbeitswelt gelingen?

Gelungene Inklusion macht alle Beteiligten zu Gewinnern, denn schulische Integrationserfahrung ist ein wertvoller Beitrag zur Toleranzerziehung. Und: Toleranzerziehung hat viel mit guter Vorbereitung auf eine immer internationalere und globalisierte Arbeitswelt zu tun. Mit der Unterschiedlichkeit beim Gegenüber offen und unverkrampft umgehen zu können, interkulturell wie interreligiös souverän kommunizieren zu können, sind Lernerfahrungen, die für den Erfolg in der Welt von morgen entscheidend sein werden. Wer ein fest verankertes Klima von Toleranz und Anerkennung in der Schule erleben durfte, wird auch im späteren Arbeitsleben im Umgang mit dem „Anders-sein“ eines Mitarbeiters oder Geschäftspartners deutlich sozialkompetenter umzugehen wissen. Und wie in einer international und multiprofessionell besetzten Arbeitsgruppe Diversität und Internationalisierung keinesfalls auf Kosten von Produktivität und Ergebnisorientierung gehen dürfen, darf gelungene Inklusion keinesfalls mit Abstrichen bei Leistung oder Lernerfolg in Verbindung gebracht werden. Sozialkompetenz und Wissensvermittlung, beides sind Zukunftsaufgaben der Schule von morgen. Inklusion bietet ein zusätzliches wie wertvolles soziales Lernfeld in einer leistungsorientierten Schule. Wissen, Kompetenzorientierung und Sozialkompetenz werden mehr und mehr die Bausteine der schulischen Arbeit. Das soziale Umfeld in der Arbeitswelt wird immer internationaler und damit heterogener. Bloßes Faktenwissen durch Digitalisierung in seiner Bedeutung relativiert. Die Bedeutung von Sozialkompetenz wird steigen! Unsere Schule stellt sich diesen Herausforderungen.

Alois Griesbeck
Inklusionsbeauftragter der FOS/BOS Freising